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Squid Game [Rezension]


Redaktion
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„Squid Game“: Verstörender Survival-Horror mit tiefgründiger Drama-Handlung

Mit der südkoreanischen Serie „Squid Game“ bietet der Drehbuchautor und Regisseur Hwang Dong-hyuk euch eine aufregende Mischung aus den Genres Drama, Thriller und Survival-Horror. Die Handlung dreht sich um verstörende und tödliche Spiele zwischen hochverschuldeten Teilnehmern, die für die Hoffnung auf einen riesigen Gewinn Moralvorstellungen aufgeben müssen.

Mitreißende Spannung durch klaren Schwerpunkt des Drehbuchs

„Squid Game“ erzeugt für euch eine mitreißende Spannung, weil das Drehbuch sich weitgehend auf Überlebenskämpfe mit einem einzigen Schauplatz konzentriert. Die Hauptcharaktere werden fast nie getrennt und im Verlauf der gesamten Serie mit denselben Horror-Szenarien konfrontiert. Dadurch gibt es kaum Nebenhandlungen, die den Aufbau der Spannung und der düsteren Atmosphäre stören könnten. Die Konzentration auf die Verzweiflung und die Sehnsucht nach dem erlösenden Gewinn in brutalen Spielen um das Überleben ist eine entscheidende Stärke des Drehbuchs.

456 Charaktere mit einer ähnlichen Ausgangslage

In „Squid Game“ befinden sich am Anfang 456 Charaktere in einer sehr ähnlichen Ausgangslage. Weil die finanzielle Not dem eigenen Lebensglück im Weg steht, werden die Beteiligten durch eine kriminelle Organisation von der Teilnahme an Spielen um einen sehr hohen Gewinn überzeugt. An einem geheimen Ort stellt sich relativ schnell heraus, dass die Verlierer der Veranstaltung ein tödliches Ende erwartet. Die Teilnehmer müssen das eigene Leben riskieren und außerdem dazu bereit sein, mit ihrem Sieg das schockierende Schicksal der anderen Mitspieler zu besiegeln. Es gibt allerdings einen Ausweg. Denn eine Mehrheitsentscheidung würde jederzeit den Abbruch der Spiele und damit den Verzicht auf den Gewinn ermöglichen.

Mischung aus schockierendem Survival-Horror und tiefgründiger Gesellschaftskritik

Während die Serienfiguren in „Squid Game“ oft bei nostalgisch wirkenden Spielen für Kinder unter anderem mit Angst vor einer roboterartigen Puppe um das Überleben kämpfen, bieten euch definitiv nicht nur schockierende und verstörende Horror-Bilder eine außergewöhnliche Spannung. Trotz der Brutalität beim Tod von hunderten Charakteren beinhaltet das Sozialexperiment in der Serienhandlung eine sehr tiefgründige Gesellschaftskritik. Denn manche Serienfiguren entscheiden sich im Handlungsverlauf wegen persönlichen Lebensumständen bewusst für eine Fortsetzung der tödlichen Spiele.

Emotionale Dialoge zwischen überzeugenden Schauspielern

In „Squid Game“ entstehen sehr emotionale Dialoge, während Charaktere über den möglichen Verzicht auf den Gewinn und die Einigung auf ein Ende der tödlichen Spiele nachdenken. Wer die koreanische Sprache versteht, stößt allerdings manchmal auf entscheidende Unterschiede zwischen den übersetzten Untertiteln und dem Ton der Original-Fassung. Es gibt kontroverse Diskussionen dazu, ob die Übersetzung die vorgesehenen Botschaften und die Qualität der Dialoge immer genau transportiert.

Durch überzeugende Leistungen der Besetzung lassen sich Emotionen der Überlebenskämpfer in "Squid Game" aber auch ohne koreanische Sprachkenntnisse zumeist authentisch nachvollziehen. Hervorzuheben ist die Leistung des Hauptdarstellers Lee Jung-jae, der lange vor seiner Serienrolle als Seong Gi-hun unter anderem schon 1998 im Romantikfilm „An Affair“ unter Filmkennern für internationale Aufmerksamkeit sorgte. Besonders gut funktioniert Lees Zusammenspiel mit Park Hae-soo, der Gi-huns Jugendfreund Cho Sang-woo verkörpert. Das Duo harmoniert beeindruckend, während die Schauspieler euch einen inneren Konflikt zwischen Freundschaft, Verzweiflung und Überlebensinstinkt vermitteln.

Überraschende Wendungen als unterhaltsame Zugabe

Falls ihr in „Squid Game“ ausschließlich simple Überlebenskämpfe mit erleichterten und glücklichen Gewinnern erwartet, dürft ihr euch auf Überraschungen freuen. Denn die Suche nach dem Boss hinter den verstörenden Überlebensspielen wird durchaus thematisiert und führt am Ende zu schockierenden Wendungen. Wi Ha-joon macht in der Rolle des Polizeikommissars Hwang Jun-ho beispielsweise eine schockierende Entdeckung, während er verdeckt auf dem geheimen Spielgelände ermittelt. Am Ende der ersten Staffel erfahrt ihr mehr über die Hintergründe der tödlichen Spiele und die Idee, auf der die menschenverachtende Veranstaltung basiert. Dabei kommt es zu einer überraschenden Enthüllung, die Teile der Serienhandlung auf den Kopf stellt.

Hoffnung auf eine zweite Staffel zu „Squid Game“

Obwohl Hwang Dong-hyuk ursprünglich keine Fortsetzung zu „Squid Game“ geplant hatte, dürft ihr euch Hoffnungen auf eine zweite Staffel der Serie machen. Im Oktober 2021 bestätigte der Regisseur und Drehbuchautor, dass er sich wegen des überraschenden Erfolgs der Produktion mit Netflix in Gesprächen über ein Sequel befindet. Weil Hwang Dong-hyuk aber zunächst einen anderen Film produzieren möchte, müsst ihr euch vor der Veröffentlichung einer zweiten Staffel von „Squid Game“ möglicherweise bis Ende 2022 oder 2023 gedulden.

Zusammenfassung

„Squid Game“ ist am 17. September 2021 bei Netflix in Deutschland ebenso wie international erschienen. Die erste Staffel besteht aus neun Folgen mit einer Dauer zwischen 32 und 62 Minuten. Intensive Gespräche über eine Fortsetzung haben im Herbst 2021 begonnen.

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